BILDUNGSZENTRUM KIRCHDORF DORFPLATZ
BILDUNGSZENTRUM KIRCHDORF DORFPLATZ
BILDUNGSZENTRUM KIRCHDORF DORFPLATZ

bz kdf platzgestaltung kirchdorf

Ausführung
2016-2017
Eröffnung
2017

Bauherr: Kirchdorfer Gemeindeimmobilien GmbH&Co KG
Location: Kirchdorf in Tirol
Typ: Platzgestaltung
Status: abgeschlossen, geladener Wettbewerb 1. Preis
Team: Markus Fuchs, Sabrina Lazzari


Auszug Tiroler Tageszeitung  vom 15.09.2017

Eine neue Benutzeroberfläche für Kirchdorf

Die Architekten DI Michael Fuchs und DI Markus Fuchs zeigen in einem höchst durchdachten Bauprojekt, wie sich Architektur, Bildung und generationenübergreifendes Wissensmanagement in einer ländlichen Struktur eindrucksvoll unter ein Dach bringen lassen können.

Ein weinendes und ein lachendes Auge, so beschreiben die beiden Architekten ihre Gefühle, wenn nach vierjähriger Bauzeit eines ihrer gelungensten Großprojekte fertig gestellt wird. Das weinende, weil nun das Ende da ist und das lachende aus eben demselben Grund. Mit der Fertigstellung beginnt aber auch eine neue, überaus spannende Phase in diesem Projekt. „Ab jetzt dürfen wir beobachten, wie unsere Idee von den Nutzern gelebt wird.“ Tatsächlich verwenden die beiden oft den Begriff Benutzeroberfläche, wenn sie vom Projekt Bildungszentrum in Kirchdorf sprechen. Das soll aber keineswegs virtuell klingen. Im Gegenteil. Von Beginn an kam es den  Architekten darauf an, ein Platz und ein Gebäude zu schaffen, das für seine Nutzer Sinn macht und sie miteinander verbindet, wie es auch eine virtuelle Plattform tut. Das Herzstück, in dem auch viel Herzblut liegt, ist für Michael Fuchs der Musikpavillon: „Hier haben so viele Experten auf allerhöchstem Niveau zusammengearbeitet. Aus architektonischer Sicht ist es von jeder Perspektive schön anzusehen. Durch seine Akustik wird es den Platz ab sofort mit herrlicher Musik erfüllen. Und das ist den Menschen hier sehr wichtig.“ Für Markus Fuchs ist das Besondere am neuen Bildungszentrum, dass es unendlich viele Kombinationen ermöglicht, hier Bildung und Begegnung zu leben: „Jedes Gebäude öffnet sich architektonisch zum Platz hin, damit dieser in das Innere eingebunden werden kann. Andererseits lassen sich die Gebäude über diesen gemeinsamen Platz auch miteinander verbinden. Sie können zum Beispiel im Dorfsaal ein Fest feiern und dazu die unter dem Dach der Turnhalle integrierte Bar nutzen.“ Die Möglichkeit gehabt zu haben, in einer dörflichen Gemeinschaft durch Architektur etwas zu verändern, ist für beide etwas extrem Befriedigendes. „In Kirchdorf ist uns das aus unserer Sicht wirklich gelungen, weil wir nicht nur ein Gebäude errichtet haben, sondern ein ganzes Ensemble an Bauwerken und Begegnungszonen.“

Platz für alle(s)

Das Bildungszentrum in Kirchdorf dient ab sofort der ganzen Gemeinde als Begegnungsort. Der zentrale Platz erschließt vier Gebäude, denen allen eine klare Aufgabe zugeordnet ist: die Kinderkrippen, der Kindergarten, die Volksschule, die von allen nutzbare Turnhalle sowie der Dorfsaal und eine Bibliothek. Das verbindende Element des Platzes bildet der Musikpavillon, der sich in seiner skulpturalen Gestalt selbst ein Denkmal setzt.

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit parc architekten.

fotos: architekten