Lebensräume, Mehrwert Gestaltung
Lebensräume, Mehrwert Gestaltung- Markus Fuchs
Lebensräume, Mehrwert Gestaltung- Markus Fuchs
Lebensräume, Mehrwert Gestaltung- Markus Fuchs
Lebensräume, Mehrwert Gestaltung- Markus Fuchs
Lebensräume, Mehrwert Gestaltung- Markus Fuchs

Lebensräume, Mehrwert Gestaltung 2021 – Broschüre und Wanderausstellung

Dorferneuerung Tirol (Hg.)

Diese Broschüre zeigt auf 160 Seiten gestaltete Lebensräume in Tiroler Gemeinden die Impulsgeber für zukünftige Projekte sein kann.

Die weiteren Termine der Wanderausstellung

06.–18. Juli 2021, Kirchplatz Reutte
20. Juli–01. Aug. 2021, Altersheim Landeck
03.–15. Aug. 2021, Sparkassenplatz Imst
17.–29. Aug. 2021, Maximilianplatz Schwaz
31. Aug.–12. Sep. 2021, Boznerplatz Kufstein
14.–26. Sep. 2021, Stadtpark Kitzbühel
28. Sep.–10. Okt. 2021, BORG Areal Lienz

Auszug aus der Broschüre

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Kirchdorf in Tirol
Dorfplatz und Musikpavillon

Der Platz in Kirchdorf resultiert aus dem
Architekturwettbewerb für den Neubau
der Volksschule und des Kindergartens. Die
Funktionen wurden nicht auf ein Gebäude
konzentriert, sondern auf mehrere aufgeteilt,
die sich um den zentralen Platz gruppieren.
So konnten auch die bereits bestehenden
Gebäude (Turnhalle, Dorfsaal, …) in
das Ensemble eingebunden werden.
Im Zentrum entstand ein neuer Platz für
alle – für Feste und Veranstaltungen, spielende
Kinder und wartende Eltern. Um die
benötigte Fläche herzustellen, musste jedoch
erst ein kleiner Wasserlauf umgeleitet
werden. Das Bächlein umfließt jetzt
die Schule an drei Seiten – hier dürfen die
Schulkinder die Natur hautnah erleben.
Als letzter Baustein wurde ein Musik- und
Veranstaltungspavillon errichtet, der als
freistehendes Solitär das auffälligste Gebäude
darstellt. Als Ort des kulturellen Lebens
war diese Bauaufgabe in Tirol immer
wieder Anlass für „etwas andere“, zeitgemäße
Architektur, wie auch in Zams, Pill
oder Finkenberg.

Der Pavillon ist ein Faltwerk aus massiven
Holzplatten. Form und Funktion sind dabei
praktisch deckungsgleich, das Gebäude
bekommt durch die Faltung seine Standfestigkeit.
Die Ausrichtung der Wandscheiben
wurde akustisch und statisch
gleichermaßen berechnet. Das mit Dr.
Maleczek von der Universität Innsbruck
entwickelte Faltwerk war für den Zimmermann
und den Spengler eine riesige Herausforderung.
Die Lage der Bauskulptur
unweit der spätgotischen Kirche hat sicher
Mut verlangt, aber die Bevölkerung hat
dieses zukunftsweisende Projekt gut angenommen.

Aus der Sicht des Auftraggebers
Die Gemeinde Kirchdorf in Tirol ist stolz.
Der zukunftsorientiert gestaltete Dorfplatz
leistet einen wertvollen Beitrag für die
weitere Entwicklung unserer einwohnermäßig
und qualitativ ständig wachsenden
Kaisergemeinde. Gemeinsam mit der modernen
Architektur bietet er einen perfekten
Raum für Begegnung und Bildung
von Jung und Alt. Erfreulicherweise tragen
viele Systeme der Gemeinde dazu bei,
dass die Planungsideen so gut angenommen
und von den heimischen Vereinen
und der Bevölkerung optimal genutzt
werden.

Aus der Sicht eines Nutzers
Wir durften mit allen Beteiligten am Planungs-
und Entwicklungsprozess mitwirken
und dadurch wurde eine optimale
Nutzung für alle erzielt! Aber für uns als
Musikkapelle ist der Pavillon natürlich das
Herzstück des gesamten Platzes. So nützen
wir ihn für viele Veranstaltungen, wie
die wöchentlichen Sommerkonzerte, das
Herbstfest oder den Kinderfasching. Die
Akustik des Pavillons ist traumhaft und es
bereitet uns viel Freude, darin zu musizieren.

Qualität des Platzes
Es gibt in Kirchdorf keinen anderen Dorfplatz,
darum muss hier jede Nutzung
möglich sein, vom Weihnachtsmarkt bis
zum Maibaumfest und im Sommer Raum
für die Platzkonzerte. Die Fläche muss daher
möglichst frei bleiben, die begrünten
Bereiche liegen an den Gebäuden. Davon
sieht man zwar jetzt noch wenig, aber
die Gebäude sollen sich irgendwann aus
einem Saum von Lavendel erheben. Die
Sonnenschirme, Bänke, Blumeninseln etc.
sind mobil und werden für Veranstaltungen
auf- und abgebaut.

Qualität des Materials
Die Fläche aus großflächigen Betonplatten
und die Gebäude mit Fertigteilfassaden
bilden eine Einheit. Wichtig war die Rauheit
der Oberflächen, die die Gebäude
einerseits schützen, aber trotzdem eine
gewisse Weichheit vermitteln. In der
Platzmitte liegen große Platten, am Rand
sind sie kleiner und dunkler. Aus der Luft
schaut es fast so aus, als wäre der Boden
nicht eben, sondern leicht gewölbt.

Qualität des Details
Das Dach der Turnhalle aus den 1980-er
Jahren wurde mit einem Vordach erweitert,
hier findet jetzt eine Freiluftbar ihren
Platz. Diese muss bei Veranstaltungen nur
abgedeckt und angeschlossen werden.
Hohe Lichtmasten und Beleuchtungskörper
von den Gebäuden sorgen für ein
blendfreies Licht. Der Platz ist für ein Dorf
ungewohnt urban, aber durch die öffentlichen
Einrichtungen ringsum ist fast immer
etwas los.


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